Mein Zukunft Bau

Mazeration historischer Dachkonstruktionen. Erhebung und Klassifizierung des Schadensumfangs in Sachsen-Anhalt. Entwicklung und Erprobung eines Schnelltestverfahrens (MATE)

Projektnummer

F20-08-1-177; 10.08.18.7-08.21

 

Laufzeit / Status

11.2008 - 08.2010 / abgeschlossen

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Projektdetails

Beteiligte

 

Evangelische Kirche in Mitteldeutschland -EKM-, Landeskirchenamt, Baureferat, Magdeburg (Bearbeiter)

Hennen Bauforschung-Denkmalpflege, Wittenberg (Bearbeiter)

Sachverständigenbüro Dipl. Ing. Hans-Norbert Marx, Bühl-Vimbuch (Bearbeiter)

Ingenieurbüro Niewisch, Berlin (Bearbeiter)

Arbeitssicherheitsplanung in kontaminierten Bereichen Udo Tostmann M.A., Berlin (Bearbeiter)

Cluster

Nachhaltiges Bauen, Bauqualität

Projektbeschreibung

Viele hölzerne Dachkonstruktionen wurden im 20. Jh. intensiven Flammschutz- und Holzschutzmittelbehandlungen unterzogen. In Folge dieser häufig überdosierten und kombinierten chemischen Applikationen treten sog. Mazerationserscheinungen auf, die in schweren Fällen in der wollartigen Auflösung der Holzoberflächen sichtbar werden, häufig aber mit dem bloßen Auge kaum erkennbar sind. Die betroffenen Konstruktionen sind z.T. gänzlich im Bestand gefährdet. Insbesondere im Falle sehr großer Dächer (Kirchen) führt dies zu erheblichen Sanierungskosten oder/und zum Verlust wertvoller Baudenkmale. Andererseits können die oft hoch- oder auch überdosierten Chemikalien Gefahren für Handwerker und Nutzer derartiger Bauten darstellen. Im Rahmen des Projekts MATE wurden 43 Verdachtsfälle in Sachsen-Anhalt auf Schäden durch Mazeration, Bestandteile von Flammschutz- und Holzschutzmitteln und hinsichtlich des Klimas im Dachraum untersucht. Außerdem wurden Holzfeuchtemessungen und Archivrecherchen vorgenommen. Fast alle Fälle waren mit Flammschutz- und/oder Holzschutzmitteln behandelt worden, gut ein Drittel der untersuchten Objekte weist starke oder deutliche Schäden durch Mazeration auf, ein weiteres Drittel ist latent gefährdet. Nur ein Drittel zeigt keine Schäden und kann als nicht gefährdet angesehen werden. Es besteht ein Zusammenhang zwischen den Klimabedingungen im Dachraum und dem Schädigungsgrad. Die Laboranalysen und die Ergebnisse der Archivforschung belegen, dass Mehrfachbehandlungen in z.T. sehr hohen Dosierungen stattfanden. Zur Bewertung der nachgewiesenen DDT-, Lindan und PCP-Konzentrationen im Holz und in der Raumluft wurde ein toxikologisches Gutachten eingeholt. Außerdem wurden Hinweise zum Arbeits- und Gesundheitsschutz erarbeitet. Die Forschungsgruppe empfiehlt anstelle eines "klassischen" Schnelltestverfahrens die Entnahme einer Holzmischprobe, evtl. auch einer Staubprobe, und deren Laboruntersuchung auf Phosphat, Sulfat, Fluorid, PCP, DDT, y-HCH, deren Isomere und relevante Verunreinigungen gemäß einer im Projekt erarbeiteten Standardarbeitsanleitung. Da bislang keine Langzeiterfahrungen bzgl. chemischer Nachbehandlungen von durch die Mazertion geschädigten Konstruktionen vorliegen - hier besteht weiterhin Forschungsbedarf - wird für akut betroffene Konstruktionen zunächst nur deren mechanische Reinigung und die langfristige Klimabeobachtung empfohlen. Auch latent gefährdete Konstruktionen sollten hinsichtlich des Klimas im Dachraum beobachtet werden, bevor weitere Schritte unternommen werden.

Schlagwörter

Dachkonstruktion; Holzkonstruktion; Historisches Bauwerk; Holzschaden; Schadensbild; Schadensumfang; Erhebung; Klassifizierung; Testverfahren; Prüfverfahren; Dachstuhl; Korrosion; Holzkorrosion; Mazeration; Holzschutzmittel; Flammschutzmittel; Dachraum; Klima; Gesundheitsschutz; Arbeitsschutz; Denkmalpflege;

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