Mein Zukunft Bau

Energetisch optimierte Gründerzeithäuser - Baupraktische Detaillösungen für Innendämmungen unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen der Energieeinsparverordnung von 2009

Projektnummer

F20-09-1-044; 10.08.18.7-08.27

 

Laufzeit / Status

01.2009 - 11.2010 / abgeschlossen

Projektdetails

Beteiligte

Aachener Institut für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik gGmbH -AIBau- (Bearbeiter)

 

Dipl.-Ing. Silke Sous (Bearbeiter)

Prof. Dr.-Ing. Rainer Oswald (Bearbeiter)

Dipl.-Ing. Geraldine Liebert (Bearbeiter)

Cluster

Nachhaltiges Bauen, Bauqualität

Projektbeschreibung

Altbauten bergen bei Modernisierungen große energetische Einsparpotenziale. Heizenergiesparende Maßnahmen an Gebäudehüllen insbesondere in Innenstadtlagen ortsbildprägenden, meist denkmalgeschützten Gebäuden lassen sich häufig nur mit Innendämmungen realisieren. Die Energieeinsparverordnung vom April 2009 (EnEV 2009) begrenzt beim Einbau innenraumseitiger Dämmschichten (Anlage 3 zu Paragraf 9, Abs. 1.c) bei bestehenden Gebäuden den Wärmedurchgangskoeffizienten U mit 0,35 W/(m hoch 2 K) wobei dieser zurzeit aus technischen Gründen durch z.B. maximal mögliche Dämmschichtdicken auch überschritten werden darf. Diese Anforderung wird erfüllt, wenn z. B. auf eine 38 cm dicke Außenwand aus Ziegelsichtmauerwerk eine Innendämmung von 8 cm Dicke (Lambda = 0,035 W/(mK)) aufgebracht wird. Das Aachener Institut für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik (AlBau gGmbH), das seit über 30 Jahren auf dem Gebiet der Bauschadensforschung tätig ist, hat eine Forschungsarbeit zu baupraktischen Detaillösungen für Innendämmungen vorgelegt, die vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) im Rahmen der Initiative Zukunft Bau gefördert wurde. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass in keinem der beschriebenen/besichtigten Gebäude Schäden festzustellen waren, die auf den Einbau der Innendämmung zurückzuführen gewesen wären. Zwölf der insgesamt 28 Gebäude erfüllen die Anforderungen der EnEV 2009 (U-Wert kleiner gleich 0,35 W/(m hoch 2 K)). Fünf dieser Gebäude sind noch vor Inkrafttreten der EnEV 2002 modernisiert worden, so dass eine mehrjährige Praxisbewährung der dort ausgeführten Konstruktionen nachgewiesen ist. Zehn weitere Gebäude halten den nach EnEV 2002- 2007 gültigen Grenzwert kleiner gleich 0,45 W/(m hoch 2 K) ein. Bei fachgerechter Planung und sorgfältiger Ausführung unter Berücksichtigung der im Rahmen der Forschungsarbeit angesprochenen Detailpunkte wie z. B. im Bereich von Fensteranschlüssen und einbindenden Bauteilen sind Innendämmungen auf hohem Wärmeschutzniveau auch entsprechend den Anforderungen der EnEV 2009 schadenfrei möglich. Der Einfluss der Wärmebrückenverluste steigt jedoch mit zunehmendem Dämmniveau stark an. Die Erhebungen im Rahmen der Forschungsarbeit des AlBau zeigen, dass diffusionsoffene Systeme nur vereinzelt ausgeführt werden. Bei fast allen besichtigten Gebäuden waren im Rahmen der Modernisierungsmaßnahmen das Heizsystem und die Fenster erneuert worden. Im Leibungsbereich wurde meist ein Dämmstoff mit geringerer Wärmeleitfähigkeit verwendet. Die schweren in die Außenwandkonstruktion einbindenden Bauteile waren in fast allen Fällen flankierend gedämmt worden. Im häufigen Anwendungsfall einer Innendämmung in Gründerzeitgebäuden sind Systeme mit Dampfsperre nicht zwingend erforderlich. Die wirtschaftliche Obergrenze liegt unter Berücksichtigung üblicher Wärmebrückenverluste bei etwa 10 cm Dämmschichtdicke (Lambda = 0,035 W/(mK).

Schlagwörter

Altbausanierung; Modernisierung; Energetische Modernisierung; Gründerzeit; Fassade; Gebäudehülle; Wärmeschutz; Dämmung; Wärmedämmung; Innendämmung; Konstruktionsdetail; Ausführungsdetail; Detailausbildung; Querschnitt; Regelquerschnitt; Anschluss; Fensteranschluss; Wandanschluss; Deckenanschluss; Berechnung; Schadensvermeidung; Energieeinsparverordnung;

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