Mein Zukunft Bau

Organisatorische und bauliche Maßnahmen zur Bewältigung von Notfallsituationen körperlich und sensorisch behinderter Personen in Hochhäusern und öffentlichen Gebäuden mit hoher Benutzerfrequenz

Projektnummer

F20-09-1-051; 10.08.18.7-09.06

Laufzeit / Status

05.2009 - 12.2010 / abgeschlossen

Projektdetails

Beteiligte

 

Studiengesellschaft für unterirdische Verkehrsanlagen e.V. -STUVA-, Köln (Bearbeiter)

Plan.M Barrierefreies Bauen, Niederkassel (Bearbeiter)

Dipl.-Ing. Dirk Boenke (Bearbeiter)

Dr.-Ing. Helmut Grossmann (Bearbeiter)

Dipl.-Ing. Karin Michels (Bearbeiter)

Cluster

Demografischer Wandel

Projektbeschreibung

Mit dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz) hat sich der Bund verpflichtet, seine Bauten barrierefrei zu gestalten. Die bisherige Umsetzung ganzheitlicher Grundsätze zum barrierefreien Planen und Bauen bei Bundesbauten verfolgt jedoch bisher lediglich das Ziel, eine barrierefreie Nutzung der Bauten bei der alltäglichen Nutzung zu ermöglichen. Eine barrierefreie Nutzung in Notfällen wurde bisher nicht thematisiert. Sind Bewohner oder andere Nutzer eines Gebäudes in ihren sensorischen, kognitiven oder motorischen Fähigkeiten eingeschränkt, können bei einem Notfall vielfältige Probleme entstehen. Bereits die Wahrnehmung oder die Auslösung eines Alarms kann bei bestimmten Personengruppen ohne besondere Systeme nicht erfolgen. Bei bestimmten Schadensereignissen stehen Systeme, die im Normalfall der barrierefreien Zugänglichkeit dienen, evtl. nicht zur Verfügung (z. B. Aufzüge im Brandfall) und erfordern somit alternative Rettungswege oder -maßnahmen. Fehlen diese, kann sich die Suche nach einem geeigneten Fluchtweg oder Schutzraum lebensbedrohend darstellen.

Vor diesem Hintergrund wurden durch das Forschungsvorhaben Anforderungen und Lösungsansätze für die Bewältigung von Notsituationen von Menschen mit Behinderungen untersucht. Dabei wurden ebenso die Anforderungen aller "übrigen, normalen" Nutzer sowie wirtschaftliche und gestalterische Gesichtspunkte berücksichtigt.

Kernpunkte des Projektes waren die systematische Untersuchung und Darstellung von praktikablen Verbesserungsmöglichkeiten. Diese Positivbeispiele umfassen technische Innovationen, geeignete, konventionelle bauliche Lösungen und organisatorische Maßnahmen. Die Ergebnisse sind so aufbereitet, dass sie sich für die Aufnahme in leicht zugänglicher Datenbank eignen. Zahlreiche interessante, zielführende Maßnahmen (Best Practices) sind hier aufgenommen, beispielsweise (Auszug): Ergänzende Brandfallsteuerung bei Aufzügen; Navigations- und Assistenzsystem mit RFID/GPS-Unterstützung; Dynamische, sprachgesteuerte Evakuierung und Fluchtwegelenkung; Rettungsstuhl, individuelles Orientierungs- und Mobilitätstraining, Evakuierungsübungen mit Beteiligung behinderter Menschen. Zum nachhaltigen Erfolg baulicher und organisatorischer Vorkehrungen gehören auch flankierende Maßnahmen, wie eine gezielte Fachöffentlichkeits- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Untersuchungsergebnisse bilden die fundierte Grundlage zur Umsetzung und Verbreitung innovativer Verbesserungsmöglichkeiten der Notfallbewältigung für behinderte Menschen. Sie leisten damit einen maßgeblichen Beitrag zur selbstbestimmten und sicheren Nutzung öffentlicher Gebäude durch behinderte und mobilitätseingeschränkte Menschen.

Schlagwörter

Barrierefreies Bauen; Behinderter Mensch; Hochhaus; Versammlungsstätte; Öffentliches Gebäude; Notfall; Brandfall; Evakuierung; Rettung; Anforderung; Lösungsansatz; Maßnahme; Baumaßnahme; Ausstattung; Organisation; Rettungsweg; Fluchtweg; Barrierefreiheit;

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