Mein Zukunft Bau

Revitalisierung brach gefallener sozialer Infrastruktureinrichtungen in der Modellregion Südharz-Kyffhäuser

Projektnummer

F20-09-1-083; 10.08.18.7-09.11

 

Laufzeit / Status

07.2009 - 03.2011 / abgeschlossen

Sie können eine Kopie des Forschungsberichtes fb_F_2783 online auf www.baufachinformation.de bestellen: Zur Bestellung

Projektdetails

Beteiligte

 

urbanframe - Büro für Stadtplanung, Halle/Saale (Bearbeiter)

Architekturbüro Mathias Brockhaus, Halle/Saale (Bearbeiter)

Frank Amey (Bearbeiter)

Cluster

Demografischer Wandel

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt befasste sich mit der "Revitalisierung brach gefallener Infrastruktureinrichtungen" in der ländlich geprägten und dünn besiedelten Modellregion Südharz-Kyffhäuser im südlichen Sachsen-Anhalt und nördlichen Thüringen. Dabei setzte das Forschungsvorhaben dort an, wo bereits Gebäude sozialer Infrastruktureinrichtungen, wie beispielsweise Schulen, Kindergarteneinrichtungen oder Krankenhäuser nicht mehr genutzt werden oder absehbar ohne Nachnutzungsoption leer fallen werden - also bereits eine Aufgabe des Standortes geplant ist, ohne Aussicht auf Wiederbelebung. Besonders geeignete Untersuchungsstandorte in den Gemeinden waren dabei diejenigen, die durch ihre physische Präsenz hinsichtlich ihrer städtebaulichen Funktion im Stadtteil mit dem drohenden Verfall, negative Auswirkungen auf die umliegende Bebauung abstrahlen und somit der Leerstand zum Segregationsproblem werden lassen kann (Leerstand zieht Leerstand an). Auch bei Hahne wird das Dilemma des drohenden Werteverlustes von Immobilien und der damit unmöglichen Wiederherstellung aufgrund eines Überangebotes am Markt im Kontext schrumpfender Regionen konstatiert. Insbesondere die verschiedenen Eigentumsrechte, sinkende Beleihungswerte und fehlende Nachfrage führen zum Scheitern von kreativen Lösungen für die Immobilien. Das Vorhaben "ResI" hat an Mikrostandorten nachhaltige und praxisnahe Lösungen aufgezeigt, die aus bauwirtschaftlicher, immobilienwirtschaftlicher sowie städtebaulicher Sicht Chancen zu (wirtschaftlichen) Nutzungen möglich machen und den Gemeinden handhabbare Leitlinien aufzeigen. Hinsichtlich der Suche nach adäquaten Nutzungen zur Revitalisierung und der damit gewollten Einbettung bzw. Ergänzung der zukünftigen neuen Nutzungen, stand das direkte Umfeld der jeweiligen Infrastruktur im Fokus. Geprüft wurde einerseits eine Nutzungsverträglichkeit im Sinne einer Anpassung an bestehende Nutzungscluster und andererseits die Bewertung der baulichen Verwertbarkeit und Investitionsnotwendigkeit des jeweiligen Gebäudes. Die Erarbeitung von Kostenmodellen für bestimmte Bautypologien innerhalb eines Nutzungsportfolios wurde den Landkreisen als Leitlinien (Leitfaden) zur Bestimmung des Grades der Sanierung zur Verfügung gestellt. Fallbeispiele dienender Veranschaulichung für ein optimiertes Verwaltungshandeln. Die beiden Landkreise in der Modellregion Südharz-Kyffhäuser sind von den enormen Bevölkerungsabwanderungen und Überalterung der letzten 20 Jahre nach der politischen Wende geprägt. Die entstehenden Minderbedarfe an Siedlungsstruktur erfordern neue Betrachtungsweisen hinsichtlich der Bestandsstruktur, der Versorgungsnetze und Wirtschaftlichkeit. Nicht zuletzt sind Handlungsspielräume durch den schwachen Wirtschaftsstandort geprägt. Der Mangel an Wirtschaftskraft spiegelt sich in der strukturschwachen Region auch in Form leerstehender Gebäude wider, die unter betriebswirtschaftlichen Kriterien nicht mehr rentabel zu betreiben sind. Im Kontext dieser regionalen Standorteigenschaften betrat das Forschungsprojekt "Resl" Neuland auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Untersuchung brach gefallener sozialer Infrastruktureinrichtungen. Derzeit gibt es keine integrierten Konzepte für den Umgang mit nicht mehr gebrauchten, leerstehenden sozialen Infrastruktureinrichtungen. Handlungsempfehlungen oder Leitfäden für Eigentümer und Verwaltungen fehlen und können nicht aus dem literarischen Wissensbestand erschlossen werden. Dringender Handlungsbedarf ergibt sich aus der Tatsache, dass der demografische Wandel in den Landkreisen der Modellregion bereits zu einem Zentralitätsverlust geführt hat, der sich auf städtebaulicher, immobilienwirtschaftlicher und sozialer Ebene offenbart und innerhalb des Bevölkerungsrückgangs und der Überalterung zukünftig als äußerst problematisch angesehen werden kann. Es sind zunehmende Funktionsverluste in den Kernbereichen der Siedlungen zu erwarten, wenn die Infrastruktureinrichtungen ihrem Schicksal überlassen werden.

Schlagwörter

Ländlicher Raum; Demografischer Wandel; Bevölkerungsrückgang; Überalterung; Sozialinfrastruktur; Infrastruktureinrichtung; Leerstand; Inwertsetzung; Revitalisierung; Leitlinie; Schule; Krankenhaus; Kindergarten; Bestandsbewertung; Bewertung; Bestandsanalyse; Analyse; Nutzung; Neunutzung; Abwanderung; Bevölkerungsabwanderung; Siedlungsstruktur; Marktversagen; Betreibermodell; Landkreis;

Weiterempfehlen

Twitter

Teilen

Facebook

Teilen

Ein gemeinsames Projekt von: