Mein Zukunft Bau

Dauerhaftigkeit von diffusionsoffenen Unterspannbahnen und Unterdeckbahnen unter Eindeckungen

Projektnummer

F20-09-1-235; 10.08.18.7-10.20

Laufzeit / Status

10.2010 - 03.2013 / abgeschlossen

Projektdetails

Beteiligte

Aachener Institut für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik gGmbH -AIBau-Bearbeiter

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung -BBR-, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung -BBSR-, Forschungsinitiative "Zukunft Bau", BonnFörderer

Dipl.-Ing.SilkeSousBearbeiter

Dr.-Ing.RainerOswaldBearbeiter

Dipl.-Ing.MatthiasZöllerBearbeiter

Cluster

Nachhaltiges Bauen, Bauqualität

Projektbeschreibung

In Steildachkonstruktionen wird aus energetischen Gründen zunehmend auf belüftete Konstruktionen mit belüfteter Ebene zwischen Wärmedämmung und zweiter wasserableitender Ebene verzichtet, um den Sparrenzwischenraum vollständig mit Dämmstoff zu füllen. Bei belüfteten Konstruktionen sind die Diffusionseigenschaften von Bahnen zweiter Entwässerungsebenen unter nur regensicheren Eindeckungen bedeutungslos, während in unbelüfteten Konstruktionen i.d.R. die Belüftung in der Ebene zwischen der Bahn und der Eindeckung liegt. Dann sollen zur Ableitung von aus dem Innenraum diffundierender Feuchtigkeit oder zur Austrocknung von Baufeuchte die Bahnen unter den Eindeckungen geringe Diffusionswiderstände aufweisen. Die Kombination aus Undurchlässigkeit gegen flüssiges Wasser und Durchlässigkeit von solchem in Gasform (geringer Diffusionswiderstand) bedeutet eine technische Herausforderung, die von seit langem bewährten Dachdichtungsbahnen aus Kunststoff oder Bitumen nicht erfüllt wird. Das Aachener Institut für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik (AIBau gGmbH), das seit über30 Jahren auf dem Gebiet der Bauschadensforschung tätig ist, hat eine Forschungsarbeit zu Konstruktionsempfehlungen und Vorschläge zu Ergänzungen der Prüfkriterien vorgelegt, die vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) im Rahmen der Initiative ZukunftBau gefördert wurde. Aus bisherigen Schadensfällen an diffusionsoffenen Unterspann- und Unterdeckbahnen, wie sie in diesem Bericht dargestellt werden, ist zu schließen, dass bisherige Prüfverfahren ganz offensichtlich nicht real auftretende Beanspruchungen berücksichtigen. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass einige Unterspannbahnen trotz günstiger Einbaurahmenbedingungen schadhaft wurden, andere trotz widriger Bedingungen auch über lange Jahre schadensfrei blieben. Ob Unterspann- oder Unterdeckbahnen zuverlässig ihre Aufgabe erfüllen, hängt also nicht hauptsächlich von der jeweiligen Einbausituation ab. Die vergleichenden Untersuchungen haben gezeigt, dass gekennzeichnete Bahnen, deren Teilschichten nicht miteinander verklebt, sondern verschweißt oder verwoben sind, dauerhafter ihre Aufgabe erfüllen können und tendenziell eine höhere mechanische Festigkeit aufweisen als Bahnen mit verklebten Schichten. So werden Fehlstellen vermieden, die aus unvermeidbaren mechanischen Beanspruchungen bei der Montage resultieren. Für wasserableitende Funktionsschichten sind Stoffe besser geeignet, die gasförmige Wassermoleküle "durchlassen" als diffusionsdichte, die erst durch Reckverfahren diffusionsoffen werden. Da zweite Entwässerungsebenen nicht nur unter sehr günstigen Rahmenbedingungen eingesetzt werden, sondern auch in Gegenden mit hoher Schlagregenbeanspruchung oder auf Dächern mit komplizierten Dachgeometrien und häufigen Durchdringungen, müssen Dachquerschnitte zuverlässig vor Feuchteeintrag geschützt werden. Daher ist es zu empfehlen, neue Prüfungsgrundsätze ausarbeiten, um die Materialeigenschaften entsprechend der tatsächlich auftretenden Beanspruchungen aus der jeweiligen und gleichzeitig einwirkenden Kombination von UV-Strahlen, Wärme, Wind und Feuchtigkeit bzw. Wasser besser zu beschreiben. Da die Beanspruchungen sich nicht mit ausreichender Genauigkeit durch Labortests prüfen lassen, sollten die bisherigen Tests durch zusätzliche Freibewitterungen ergänzt werden, wobei aufgrund der Ungenauigkeiten der Prüfbedingungen, die sich aus unterschiedlichen Witterungen ergeben, die Testanforderungen noch festzulegen sind. Aus energetischen Gründen und zur Vermeidung von Schäden sollen zweite Entwässerungsebenen so lange ihre Aufgabe erfüllen, wie Dacheindeckungen genutzt werden können. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit zeigen aber, dass dies zurzeit nicht der baupraktischen Realität entspricht. Auch war festzustellen, dass Schäden weniger auf die Einbausituation als vielmehr auf Produkteigenschaften zurückzuführen sind. Die Dauerhaftigkeit von Unterspann- und Unterdeckbahnen ist mit den derzeitigen Prüfkriterien nicht in ausreichendem Maße sicherzustellen. Daher ist eine Ergänzung der bisherigen Prüfungen durch Freibewitterungsprüfungen erforderlich, um die Nutzungsdauer von zweiten Entwässerungsebenen zuverlässiger prognostizieren zu können als das bisher der Fall ist

Schlagwörter

Steildach; Dachdeckung; Dachaufbau; Unterspannbahn; Unterdeckbahn; Diffusionsverhalten; Diffusionsoffen; Hinterlüftung; Belüftung; Feuchtigkeit; Schadensvermeidung; Entwässerung; Baustoffeigenschaft; Kennzeichnung; Prüfverfahren; Grundsatz;

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