Mein Zukunft Bau

Installieren Multipler Häuser in der Modellregion Stettiner Haff - Begleitforschung

Projektnummer

F20-10-1-071; 10.08.18.7-11.06

Laufzeit / Status

09.2008 - 09.2010 / abgeschlossen

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Projektdetails

Beteiligte

 

rb Architekten, Leipzig (Bearbeiter)

Dipl.-Ing. Jana Reichenbach-Behnisch (Bearbeiter)

Cluster

Demografischer Wandel

Projektbeschreibung

Der Demographische Wandel führt besonders in ländlichen Regionen zu einer Überalterung und damit zu einem Mobilitätsverlust der Bevölkerung. Demgegenüber steht die zunehmende Zentralisierung von Dienstleistungen auf kommunaler Ebene, aber auch in der Grundversorgung durch Einkaufszentren, Ärztehäuser, etc. Die schwindende dörfliche Infrastruktur soll nun reaktiviert werden durch die innovative multiple Nutzung leerstehender historischer Gebäude. Ergebnis des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines prototyphaften Gebäudes als bauliche Hülle für vielfältige Nutzungen, die im Tagesrhythmus wechseln können. Es dient der Wiederbelebung der verlorengegangenen Infrastruktur und somit der Erhöhung der Lebensqualität in ländlichen Regionen. Dafür soll ausschließlich aufgelassene Bausubstanz genutzt werden wie Gemeindehäuser, Schulen, Bahnhöfe oder Profanbauten wie die alten Dorfgasthöfe. Wichtigste Ziele sind das Stabilisieren der Ortskerne, das Installieren einer sozialen Infrastruktur und das Festlegen und Unterstützen der Ortstypologie. Das Multiple Haus ist eine ökologisch und wirtschaftlich vertretbare Antwort auf die vielschichtigen Problemfragen, welche die zunehmend eingeschränkte Mobilität einer alternden Gesellschaft im ländlichen Raum aufwirft. Wachsender Mangel an Lebensqualität ist eine Art von Armut, die sich immer weiter ausbreitet. Der Verlust von Infrastruktur und Verkehrsanbindung bergen die Gefahr der Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen aus dem öffentlichen Leben. Für den Landschaftsraum kann das bedeuten, dass ganze Dörfer aufgegeben werden. Mit dem Multiplen Haus soll die fehlende Mobilität der Anwohner ersetzt werden durch die Mobilität der "Dienstleister". Sie teilen sich als "feste" Nutzer nach dem Prinzip des "carsharing" Grundmiete und Nutzungsgebühren für das Haus. Da die Raumnutzungen wechseln können, bieten benachbarte Dörfer mit einem Netzwerk Multipler Häuser auch wieder ein attraktives Arbeitsumfeld für Ärzte, Lebensmittelhändler, Friseure etc., die aus wirtschaftlichen Gründen ein Dorf nur noch wöchentlich oder monatlich besuchen können: je mehr Orte sich vernetzen, desto kürzer sind die Wege der Dienstleister und desto wirtschaftlicher wird deren Engagement. An allen freien Tagen stehen die Räume für flexible Nutzungen wie Kaffeeklatsch, Skatabende, Diavorträge zur Verfügung. Gerade in kleinen Dörfern hängt es am Anfang sehr stark vom ehrenamtlichen Engagement und dem Willen der Dorfbewohner ab, ob sie ihr Dorf aktivieren wollen. "Alte Dorfschule m.H."- durch den einfachen Zusatz m.H. im Namen wird ein Gebäude als Multiples Haus regional und überregional identifizierbar. Es behält dabei seine Identität und zeigt "Geschichte". Mit dem Label "Multiples Haus" sollen auch bau- und vertragsrechtliche Grundlagen geschaffen werden, die einfache und schnelle Planungs- und Genehmigungsverfahren ermöglichen.

Schlagwörter

Ländlicher Raum; Demografischer Wandel; Überalterung; Entvölkerung; Mobilitätsentwicklung; Daseinsvorsorge; Grundversorgung; Infrastruktur; Sozialinfrastruktur; Wiederbelebung; Stützpunkt; Netzwerk; Sozialeinrichtung; Dienstleistung; Dienstleister; Arzt; Ehrenamt; Flexibilität; Nachbarschaft; Information; Kommunikation; Gemeinschaftseinrichtung; Dorfgemeinschaft; Historisches Gebäude; Leerstand; Gebäudenutzung; Nutzung; Mehrfachnutzung; Neunutzung; Nutzungsflexibilität; Nutzungsvielfalt;

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