Mein Zukunft Bau

Aktiv-Stadthaus - Entwicklungsgrundlagen für städtische Mehrfamilienhäuser in Plusenergiebauweise nach EU 2020 und zur Vorbereitung eines Demonstrativ-Bauvorhabens in Frankfurt am Main

Projektnummer

F20-10-1-130; 10.08.18.7-11.31

 

Laufzeit / Status

11.2011 - 02.2013 / abgeschlossen

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Projektdetails

Beteiligte

TU Darmstadt, Fachbereich Architektur, Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen (Bearbeiter)

 

Steinbeis Transferzentrum Energie-, Gebäude- und Solartechnik -STZ-, Stuttgart (Bearbeiter)

HHS Planer + Architekten AG, Kassel (Bearbeiter)

Prof. Manfred Hegger (Bearbeiter)

Dipl.-Ing. Nathalie Jenner (Bearbeiter)

Dipl.-Ing. Friederike Hassemer (Bearbeiter)

Dipl.-Ing. Simon Gehrmann (Bearbeiter)

Prof. Dr.-Ing. Norbert Fisch (Bearbeiter)

Dr.-Ing. Boris Mahler (Bearbeiter)

M.Sc. Tobias Nusser (Bearbeiter)

M.Sc. Simone Idler (Bearbeiter)

Dipl.-Ing. Arch. Andreas Wiege (Bearbeiter)

Dipl.-Ing. Karl Erlenkämper (Bearbeiter)

Cluster

Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Gebäude- und Quartiersbereich

Projektbeschreibung

Mit diesem Forschungsvorhaben sollen die bisherigen Entwicklungen von Plus-Energie-Gebäuden im Einfamilienhausbau erstmals auf einen großmaßstäblichen Geschosswohnungsbau im Innenstadtbereich übertragen und ihre Umsetzbarkeit in Form eines Demonstrativ-Bauvorhabens, dem Aktiv-Stadthaus, geprüft werden. Beim Aktiv-Stadthaus handelt es sich um ein MFH, das die ABG Frankfurt Holding in Frankfurt am Main errichten möchte. Es soll insgesamt acht Geschosse mit 74 Wohneinheiten erhalten. Die Machbarkeitsstudie konzentriert sich im Wesentlichen auf folgende vier Kernthemen: [A] GEBÄUDEENERGIEKONZEPTION: Die Bilanzierung wurde gemäß der Definition Effizienzhaus-Plus des BMVBS vorgenommen. Die Kubatur und Geschossigkeit stellen dabei einen wichtigen Faktor für das Erzielen eines Plus im MFH-Bau dar. Erschwerte Bedingungen, wie ein beengtes Grundstück und acht Geschosse des Aktiv-Stadthuases, lassen dennoch einen bilanziellen Überschuss an End- und Primärenergie erzielen. Grundlage hierfür sind eine optimierte energetische Gebäudehülle, eine hocheffiziente Wärmeerzeugung mittels Wärmepumpe und energieeffiziente Haushaltsgeräte in Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und in der Fassade. Eine intelligente Lastmanagement- und Speicherkonzeption sollen darüber hinaus zu einer Erhöhung des Eigengebrauchs des solar erzeugten Stroms beitragen. Für die Umsetzung des Energiekonzepts bedarf es zudem eines neuartigen Abrechnungsmodells im Mietwohnungsbau, welches im Rahmen des Projektes analysiert wurde. [B] E-MOBILITÄT: Eine E-Car-Sharing-Flotte von bis zu acht E-Mobilen und fünf E-Bikes soll den Hausbewohnern und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Durch die Mehrfachnutzung und die Umweltentlastung der solar geladenen E-Mobile wird ein nachhaltiges Mobilitätskonzept angestrebt. [C] ENERGIEMANAGEMENT FÜR DEN NUTZER: Die Nutzer sollen über ein Nutzerinterface zum Energiesparen sowie zur Steigerung des Eigengebrauchs des solar erzeugten Stroms angeregt werden. Über Touchpanels in den Wohneinheiten werden Energieverbrauch sowie regenerative Energieerzeugung des Gebäudes sichtbar gemacht. Ein Warmmietenkonzept mit einem bedarfsgerechten Energieguthaben soll zudem einen verstärkten Anreiz zur Energieeinsparung schaffen. [D] LEBENSZYKLUSANALYSE: Eine begleitende Ökobilanzierung diente der Beurteilung von Umweltwirkungen über den Lebenszyklus und der Erarbeitung von Hinweisen für den Planungsprozess. Eine erhebliche Energieaufwendung in der Herstellung stellt die Photovoltaik dar. Durch das Plus im Gebäudebetrieb erreicht das Aktiv-Stadthaus jedoch ein leicht negatives Treibhauspotential im Betrieb. Verglichen mit einem Passivhaus kompensiert es die Mehremissionen aus der Gebäudekonstruktion in ca. 10 Jahren. FAZIT: Mit der Studie und der Planung für das Aktiv-Stadthaus wird gezeigt, dass der Plus-Energie-Standard im Mehrfamilienhausbau im urbanen Kontext mit heutigen Technologien möglich ist. Der Standard erfordert bereits in frühen Entwurfs- und Planungsphasen einen interdisziplinären Dialog zwischen den Architekten und Fachplanern. Der Mehraufwand und die Ergebnisse für das Gebäude, die Umwelt und die Profession lohnen jedoch nachhaltig.

Schlagwörter

Mehrfamilienhaus; Plusenergiehaus; Geschosswohnungsbau; Stadthaus; Demonstrationsvorhaben; Energiekonzept; Haustechnik; Gebäudeautomation; Energieeffizienz; Stromerzeugung; E-Mobilität; Energiemanagement; Lebenszyklusanalyse; Ökobilanz; Machbarkeitsstudie;

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