Mein Zukunft Bau

Historische Gebäude als biodiverser Lebensraum und Objekt der Denkmalpflege

Projektnummer

F20-13-1-035 - 10.08.18.7-14.23

Laufzeit / Status

09.2014 - 09.2016 / abgeschlossen

Projektdetails

Beteiligte

Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V.
Dipl.-Ing. Uwe Kalisch, Domplatz 3, 06108 Halle (Saale)

Dr. Jeannine Meinhardt

Cluster

Modernisierung des Gebäudebestands

Projektbeschreibung

Im Projekt wurden die Schnittstellen und Berührungspunkte von Denkmalschutz und Artenschutz beleuchtet sowie Konfliktpotentiale herausgearbeitet. Welche Einflüsse hat das jeweilige Quartier auf die Fledermauspopulation und welchen Einfluss über die Tiere unter Umständen auf das Bauwerk, welches sie als Quartier nutzen, aus? Hierbei stand das mit den Ausscheidungen (größerer) Fledermauspopulationen verbundene Schadenspotential im Mittelpunkt des Interesses. Fußbodendielen und/oder Gebälk werden im ungeschützten Fall durch Urin und Kot der Fledermäuse und dadurch mit löslichen Bestandteilen beaufschlagt, was im normalen Luftfeuchtebereich in den Dachräumen zu einer erheblichen hygroskopischen Befeuchtung führt. Gegenstand des Projekts war es auch, geeignete Materialien für den Schutz der Bausubstanz vor Kot- und Urineintrag zu eruieren und bisher angewandte Methoden hinsichtlich ihrer Effektivität zu bewerten. Ein weiteres Themenfeld im Projekt stellten Parasiten dar. Wie alles Wildtiere sind Fledermäuse Träger von Ektoparasiten. Es wurde ergründet, inwieweit eine Besiedelung der Denkmäler mit Fledermäusen für den Menschen gesundheitlich relevant ist. Aus Sicht des Naturschutzes lassen sich im Habitat „Gebäude“ im Wesentlichen drei typische Konfliktfelder benennen, die beim Bauen am oder im Fledermausquartier zu bedenken sind: 1. Der geplante Bauablauf passt nicht zur Nutzung des Dachraumes als Wochenstube. 2. Das Klima im Dach ändert sich durch die Baumaßnahme. 3. Ein- und Ausflüge werden temporär oder dauerhaft verschlossen, Leitstrukturen wie Hecken werden entfernt. Im Projekt wurden die einzelnen Aspekte dieser drei Punkte herausgearbeitet und konkrete Empfehlungen für die Praxis abgeleitet. Es wurde ein Leitfaden mit Handlungsanweisungen erstellt, die u.a. auf fledermausverträgliche Bauabläufe und den Schutz der Denkmalobjekte vor Kot- und Urineintrag abzielen.

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