Mein Zukunft Bau

Berechenbare Unterstützung der Klimatisierung von energetisch hocheffizienten Gebäuden durch dezentrale, funktionale Innenraumbegrünung

Projektnummer

F20-11-1-120; 10.08.18.7-13.02

 

Laufzeit / Status

04.2013 - 06.2015 / abgeschlossen

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Projektdetails

Beteiligte

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Zentrum für Forschung und Weiterbildung, Institut für Gartenbau,
Am Staudengarten 14, 85354 Freising, Projektleitung: Dr. Annette Bucher

 

Cluster

Nachhaltiges Bauen, Bauqualität

Projektbeschreibung

Vor allem in Gebäuden mit energetisch hocheffizientem Status können Probleme mit zu niedriger relativer Luftfeuchtigkeit auftreten. Technische Lösungen zur Behebung dieser Problematik führen im ungünstigen Fall zur Verkeimung der Luft. Im Rahmen des Projektes wurde geprüft, ob der Einsatz einer funktionalen, vertikalen Begrünung zur Erhöhung der Luftfeuchte im Raum geeignet ist.

Das Projekt gliederte sich in zwei wesentliche Abschnitte.
Im ersten Teil wurden unter kontrollierten Bedingungen im Gewächshaus sechs Begrünungssysteme (Moving Wall, Fa. Sempergreen Vertical Systems, NL; Vertiko Fa. Vertiko GmbH, D; Wonderwall Fa. Copijn Utrecht, NL; Wallflore Flex Fa. Wallflore Systems, NL; Vertical Green Fa. Ruof Grün Raum Konzepte, D und Grüne Wand Fa. H&W Bewässerung GmbH, D) getestet. Die im Raum herrschenden Klimaverhältnisse wurden kontinuierlich erfasst und zu den verdunsteten Wassermengen in Beziehung gesetzt. Die Untersuchungen wurden zuerst in unbegrüntem, danach in mit Philodendron hederaceum bepflanzten Zustand durchgeführt. Mit Begrünung der Substrate wurden Wasserabgaben zwischen 25 (Wallflore) und 50-56 g m-2 h-1 (Vertical Green, Grüne Wand, Moving Wall) ermittelt. Anhand der Abgaberaten pro Zeit wurde sichtbar, dass vor allem die Systeme Grüne Wand und Vertical Green die Fähigkeit zur Selbstregulation aufwiesen, da bei hoher Luftfeuchte im Raum die Wasserabgabe deutlich zurückging und sich bei niedriger Raumluftfeuchte verstärkte.

Im zweiten Teil des Projekts wurde das System Grüne Wand, das in den Gewächshausversuchen eine hohe, sich selbstregulierende Verdunstungsleistung sowie keine technischen und pflanzenbaulichen Probleme aufwies, in drei Büroräume eines hocheffizienten Mustergebäudes integriert, um die Prüfung unter Praxisbedingungen fortzuführen. Zwei Referenzräume ohne Begrünung fungierten als Kontrolle. Im Mittel der Werte lagen die Wasserabgaben bezogen auf den Quadratmeter begrünte Fläche mit rund 50 g m-2 h-1 im Büroraum in gleicher Größenordnung wie im Gewächshaus. Das Nutzerverhalten (z.B. Öffnung der Fenster und Türen) hatte einen großen Einfluss auf die Wirksamkeit der Begrünung. Maximal konnten somit Erhöhungen der normierten, relativen Luftfeuchte zwischen 8 und knapp 20 %-Punkten gegenüber dem unbegrünten Referenzraum erzielt werden.

Nach Auswertung der zahlreichen Messparameter war es möglich, Zusammenhänge hinsichtlich des Raumkomforts herauszuarbeiten, die Leistungsfähigkeit der Systeme zu quantifizieren und Aussagen über die Befeuchtungsleistung zu treffen.

 

Schlagwörter

Funktionale Begrünung, Klimatisierung, energetisch hocheffiziente Gebäude, Luftfeuchte, Innenraumbegrünung

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